Veranstaltungen in der Maremma
Die Maremma hat sich, mehr als alle anderen toskanischen Regionen, einen starken Sinn für Tradition und Folklore bewahrt. Unzählbar sind die traditionellen Feste in den Altstädten der Maremma, die Folklore, Straßentheater, typische Küche oder Musik bieten.
Einige der bekanntesten Feste
Massa Marittima: Balestro del Girifalco
Dieses Fest findet jedes Jahr am 4. Sonntag im Mai und am 2. Sonntag im August statt. Die Bewohner der antiken Stadt treten im Bogenschießen gegeneinander an, begleitet von einem historischen Umzug mit Fahnenträgern.
Roselle (Grosseto): Spettacolo dei Butteri della Maremma
Dieses Fest der Hirten findet im Juli im historischen Gutshof "Marruchetone" statt. Hier kann man die traditionelle Arbeit und spektakulären Spiele mit Pferden, Kühen und Kälbern sehen. Eine außergewöhnliche Darbietung der Geschichte und der Kultur der Maremma.
Rispescia: Sagra del Cinghiale (Fest des Wildschweins), Palio dei Rioni (Giostra del Saracino)
Im Juli findet diese Fest statt, dargeboten werden Musik, Tänze und typische Gerichte aus der Maremma.
Monte Argentario, Porto S. Stefano: Palio Marinaro dell'Argentario, Lichterprozession
Seit dem Jahr 1937 fordern sich die 4 verschiedenen Stadtbezirke von Porto San Stefano auf dem Wasser beim Rudern heraus.
Im Hochsommer findet eine Lichterprozession am Meer zu Ehren des Heiligen Stefano statt.
Roccatederighi: Mittelalterliches Fest
Das Dorf Roccatederighi und seine Einwohner (in Kostümen) machen einen Sprung zurück ins Mittelalter. Am Ortseingang tauschen Sie Ihre Euros in rocchianische Gulden, mit denen Sie an den mittelalterlichen Verkaufsständen Geschäfte machen können. Es werden Keramik, Früchte, Süßigkeiten und Heiltränke angeboten, daneben gibt es auch zahlreiche Osterien, wo Sie die alten Rezepte der Region kosten können.
Gavorrano: Salto della Contessa
Diese Theatervorstellung ist der tragischen Geschichte von Pia dei Tolomei (zitiert in der "Divina Commedia" von Dante) gewidmet. Im Ort findet ein Umzug in historischen Kostümen statt und anschließend gibt es einen Wettkampf im Bogenschießen.
Alberese: Rodeo della Rosa
Zwei Lager kämpfen auf dem Pferd gegeneinander und machen sich die Rosen, die sie auf den Schultern tragen, streitig.
Magliano: Vinellando
Am vorletzen Wochenende im August findet diese önogastronomische Veranstaltung statt, die dem Morellino di Scansano gewidmet ist. Verkostung von Weinen und typischen Produkten, Prämierung der besten Morellino di Scansano Weine.
Scansano: Traubenfest
Um den bekannten Rotwein D.O.C. Morellino di Scansano zu feiern öffnen die typischen lokalen Weinkeller Ihre Tore für die Touristen, damit diese den exzellenten Wein zusammen mit typischen Produkten der Region (Öl, Käse und Salami) verkosten können.
Manciano: Weinkeller-Fest
Jedes Jahr öffnen die Weinkeller im historischen Manciano am 2. Wochenende im September ihre Türen. Eine önogastronomische Reise, um die alten Aromen der traditionellen, toskanischen Küche zu entdecken, zusammen mit einem Glas guten Weines, Musik und Antiquitäten.
Castel del Piano: Palio delle Contrade
Dieser historische Umzug mit traditionellem Pferderennen findet zu Ehren der Madonna delle Grazie statt.
Capalbio: Wildschweinkirmes
Im Mittelpunkt stehen die gastronomischen Ständen mit Wildschweigerichten, dazu kommen Kunststände und musikalischen Events.
Porto Ercole: Die Nacht der Piraten
Ab Sonnenuntergang verwandelt sich Porto Ercole in eine Piratenhöhle. Die Lokale, Straßen und jeder Winkel des Hafens werden in die Piratenzeit zurückversetzt. Nach der Landung der Besatzung fangen die Piraten mit der Schatzsuche an.
Castiglione della Pescaia: Mittelalterliches Fest "Es war einmal…ein Dorf auf dem Meer"
Mittelalterliche Darbietungen im Ortszentrum, darunter Geschichten, Folklore mit Fahnenschwingern, Gauklern, Minnesängern, Duellen und vielem mehr.
Braccagni, Grosseto: Maremma Wine Shire, Raduno dei Maggerini
Im Mai findet auf dem Messegelände Madonnino eine Ausstellung der toskanischen Weine der Maremma statt.
Weiterhin finden sich am 1. jeden Monats alle Bänkelsänger im Olivenhain des Messegeländes in Braccagni ein.
Freitag, 18. November 2011
Lucca
Die italienischen Stadt Lucca liegt im Nordwesten der Toskana und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt hat knapp 85.000 Einwohner und befindet sich im Flusstal des Serchio. Der mittelalterliche Stadtkern ist gut erhalten und zeugt noch heute von der ehemaligen Macht der Stadt, die im 13. und 14. Jahrhundert sogar eine der einflussreichsten Städte in Europa war. Besonders wichtig für Lucca war die Textilindustrie. Eindrucksvoll sind auch die im 16. und 17. Jahrhundert erbauten Befestigungsanlagen, in denen sich vier Stadttore befinden.
Geschichte
Lucca wurde 180 v. Chr. von den Römern als Kolonie gegründet, gleichzeitig mit Pisa und Luna. Mit Gründung dieser Kolonien versuchten die Römer, die Herrschaft der Apuaner zu brechen, welche bis dato in der Region ansässig waren.
Im 13. Jahrhundert prosperierte die Stadt dank der Textilindustrie und gewann zunehmend an Einfluss. Besonders die farbenprächtige Seide aus Lucca war unvergleichlich und in ganz Europa gefragt. Anfang des 14. Jahrhunderts sorgten politische Unruhen dafür, dass unzählige Seidenweber und Färber aus der Stadt flohen und nach Venedig gingen. In Venedig wurde den Handwerkern aus Lucca finanzielle Hilfe und Asyl angeboten, im Gegenzug verlangte die Stadt, dass sie ihr Handwerk weiter betrieben. Dies brachte die Flüchtlinge in große Bedrängnis, sahen doch die Zunftgesetze in Lucca die Todesstrafe für alle vor, die außerhalb der Stadtmauern ihr Gewerbe betrieben. Doch die prekäre finanzielle Situation zwang viele der Handwerker, dies in Kauf zu nehmen, und so stellten Sie in Venedig Textilien her.
Im Jahr 1314 machte sich Uguccione della Faggiola zum Herrn der Stadt, doch seine Herrschaft wurde schon nach 2 Jahren von den Stadtbewohnern beendet. Die Lucchesi übergaben das Zepter an Castruccio Castracani, der Lucca für kurze Zeit zur führenden Stadt in Italien machte. Castracani starb 1328 und liegt in der Kirche San Francesco begraben.
In den darauffolgenden Jahrhunderten durchlebte die Stadt Lucca eine wechselvolle Geschichte. Bayern, Böhmen, Frankreich, Österreich herrschten über die Stadt, bevor Sie Ende des 19. Jahrhunderts an den italienischen Einheitsstaat angeschlossen wurde. Von 1799 bis 1805 war Lucca eine eigene Republik.
Sehenswürdigkeiten
Die Kathedrale San Martino wurde im späten 12. Jahrhundert erbaut. Besonders aufwändig wurde die Fassade gestaltet, die Säulen sind kunstvoll verziert und unterschiedlich geformt.
Die Kirche San Michele in Foro steht auf dem Foro, dem ehemaligen römischen Marktplatz. Sie wurde ebenfalls im 12. Jahrhundert erbaut. Auch bei dieser Kirche sticht die Fassade ins Auge, sie ist höher als die dahinterliegende Kirche - ursprünglich war das Mittelschiff höher geplant, dies wurde dann aber nicht realisiert.
San Frediano mit dem eindrucksvollen Kampanile ist eine romanische Kirche, die Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Die Fassade der Kirche ziert ein Mosaik der Himmelfahrt Christi.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Lucca sind das Geburtshaus von Giacomo Puccini mit angeschlossenem Museum, der Torre delle Ore, der Palazzo Pfanner mit dem Kleidermuseum und einem wundervollen Park sowie einige schöne Plätze. Auf der Stadtmauer, die mit einer Gesamtlänge von 4 km einmal komplett um das Zentrum herumführt, kann man spazieren gehen. Ein Wahrzeichen der Stadt Lucca ist der Torre Guinigi, auf dessen Spitze einige Bäume wachsen.
Montag, 24. Oktober 2011
Die Zeit der Weinernte in der Toskana
Schon zu Zeiten der Etrusker bauten die Bewohner der Toskana ein florierendes Weingewerbe auf. Als jedoch danach die Römer oder Eroberer aus dem Norden das Land beherrschten, lag diese Tradition brach und wurde erst im späten Mittelalter von Mönchen wiederbelebt. Im Zeitalter der Renaissance wurden die Weine aus der Toskana in viele Länder Europas exportiert. Ab dem 19. Jahrhundert nahm dann die Toskana eine weltweite Führungsrolle im Weinanbau ein, die zunehmend zum Massengeschäft wurde, was zu Lasten der Qualität ging. Seit den 1970er Jahren wird wieder mehr Wert auf Qualität statt auf Quantität gelegt.
Die Weine in Italien werden in vier Kategorien eingeteilt: die niedrigste Qualitätsstufe ist der "Vino da Tavola", ein Tafelwein ohne bestimmte Herkunft. Eine Stufe besser ist der "Vino da Tavola con Indicazione Geografica", ein Tafelwein aus einem bestimmten Gebiet mit Ortsbezeichnung, Jahrgangsangabe, Weinart und Farbe oder Rebsorte. Die nächst höhere Qualität ist dann der "Vino Tipico con Indicazione Geografica" (IGT), ein typischer Wein von amtlich zugelassenen Rebsorten aus bestimmten Gebieten mit Ortsbezeichnung, Jahrgangsangabe, Rebsorte und Farbe. Die höchste Qualitätsstufe stellen die "DOC" und "DOCG" Weine dar, die von vorgeschriebenen Rebsorten aus amtlich anerkannten Weinbergen innerhalb bestimmter Gebiete stammen.
Ab Oktober beginnt die Weinernte in der Toskana, überall herrscht emsiges Treiben. Wer sich besonders für Wein interessiert hat auf einigen Weingütern auch die Möglichkeit, bei der Ernte mitzuhelfen. Die wichtigsten Rebsorten in der Toskana sind Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Trebbiano Toscano und Vernaccia di San Gimignano. Die berühmtesten toskanischen Weine sind wohl der Chianti, der Brunello di Montalcino oder der Vino Nobile di Montepulciano. Im September und Oktober finden vielerorts Weinfeste in den Städten und Dörfern statt, zu denen neben einem guten Tropfen meist auch kulinarische Genüsse gehören. Gerade im Herbst gibt es viele Delikatessen wie frische Pilze, Trüffel, Kastanien oder Wildgerichte.
Doch nicht nur für Weinfreunde ist der Herbst eine herrliche Reisezeit, um die Schönheit der Toskana kennen zu lernen. Die Temperaturen sind wieder angenehmer als im Hochsommer, die Landschaft leuchtet in satten Farben. So kann man sich der Kultur beim Sightseeing oder auch der Natur beim Wandern, Reiten oder Mountainbiken widmen. Auch das Baden im Meer ist noch möglich, bis Mitte Oktober liegen die Wassertemperaturen in der Regel über 20°C. Wer im Herbst seinen Urlaub in der Toskana verbringt, kann Genuss, Kultur und Natur aufs Vortrefflichste verbinden.
Donnerstag, 01. September 2011
Veranstaltungen in der Toskana im September
Ausgewählte, Feste, Events und Veranstaltungen im Monat September
Anfang September: "Astiludio" in Volterra
Fahnenschwinger-Wettbewerb: eine Veranstaltung mit dem Charakter eines choreografischen Wettkampfes. Volterranische Fahnenschwinger und solche aus anderen italienischen Städten, die ähnliche Traditionen vorzuweisen haben, treten zu einem Wettbewerb an. Die antike Tradition des Fahnenspiels wird wieder lebendig.
September (08.09.): "Ostensione della sacra cintola" in Prato
Ausstellung des Heiligen Gürtels im Dom von Prato auf der Kanzel von Donatello sowie ein historischer Umzug. Der Tradition nach soll die "Cintola" der Madonna, ein ca. 90 cm langer Streifen aus grünem Wollstoff, der Gürtel Marias sein, welchen Sie dem Heiligen Thomas überreichte, bevor sie zum Himmel fuhr. Die Legende aus dem 13. Jahrhundert besagt, dass die Reliquie um das Jahr 1141 von einem Kaufmann namens Michele nach Prato gebracht worden sei, der anlässlich seiner Heirat in Jerusalem den Gürtel als Geschenk von der Mutter der Braut erhalten hat. Als Michele im Sterben lag stiftete er den Gürtel der Pfarrei von Santo Stefano, in deren Obhut er sich noch heute befindet. Der Gürtel ist von kirchlichen Autoritäten als Reliquie anerkannt und zieht Pilger aus weit entfernten Gegenden an.
Mitte September: "Nel sogno di Messer Boccaccio" in Certaldo
Die Veranstaltung dreht sich um die Figur vo Giovanni Boccaccio und seine Zeit. Ein großer Umzug in historischen Kostümen wird begleitet von Aufführungen verschiedenster Art: Musik, Tanz, Ritterkämpfe, Vorträge und Chorgesang. Die malerischen Kostüme und die künstlerische Choreografie bilden einen einzigartigen Rahmen für dieses beeindruckende Schauspiel.
September (2. Sonntag): Ruderregatta in Limite sull'Arno
Am 2. Montag im September findet in Limite sull'Arno die "Fiera di Limite", ein großer Antiquitäten- und Flohmarkt statt. Am darauf folgenden Sonntag wird dort auch der Ruderwettkampf zwischen den 4 Stadtteilen Rione di Sotto, Rione di Sopra, Rione la Punta und Rione Castellina ausgetragen, der von dem dort ansässigen ältesten Ruderverein Italiens organisiert wird. Am Samstagabend vor der Regatta findet ein Umzug in historischen Kostümen statt.
September (letzter Sonntag): Weinfest in Impruneta
Seit dem Jahr 1926 wird in Impruneta jedes Jahr am letzten Sonntag im September das Weinfest gefeiert. Das ganze Jahr über sind die 4 Stadtteile (Fornaci, Sante Marie, Pallò und Sant'Antonio) damit beschäftigt, den schönsten Wagen zum Thema Wein, Ernte und Trauben herzustellen, um dann in einem Umzug gegeneinander anzutreten, welcher von vielen Darstellern in historischen Kostümen begleitet wird.
Ende September bis Anfang Oktober: Antiquitäten-Biennale im Palazzo Corsini in Florenz
Sie ist und bleibt, nach Auffassung der Besucher und Händler, Italiens schönste und wichtigste Messe: die "Mostra Mercato Internazionale dell'Antiquariato" im Palazzo Corsini in Florenz.
Sonntag, 14. August 2011
La Pizza vera
Neapel ist die Heimat der Pizza
Darüber gibt es keine Zweifel - die einzig wahre Pizza gibt es nur in Neapel! Die Urpizza soll lediglich mit geriebenem Käse und Basilikum bedeckt und in Schweineschmalz getränkt worden sein. Ob sie schon immer ein Volksgericht war oder der Hofküche vorbehalten gewesen ist - daran streiten sich die Geister. Schweineschmalz war kostbar und demnach ein Gericht, das man sich vielleicht ausnahmsweise an Festtagen leistete.
Erst im 16. Jahrhundert entdeckte man, dass die aus Amerika eingeführten Tomaten, denen man anfangs eher skeptisch gegenüberstand, tatsächlich auch schmecken. Von dieser Zeit an setzt der Siegeszug dieser kostbaren Frucht in der süditalienischen Küche ein. Man beginnt, die Pizzafladen mit "pomodori pelati", geschälten und gekochten Tomaten zu bedecken - die "vera pizza napoletana" ist entstanden.
Die Pizza wird Alltagsnahrung, "a quadretto" zusammengeschlagen genießt man sie zu jeder Tageszeit. Selbst der volksnahe Bourbonenkönig Ferdinand wird ein Liebhaber dieses Gerichtes, als er im Jahr 1772, zum Entsetzen seiner habsburgischen Gattin, die Pizzabäckerei von Antonio n'Tuono an der Salita Teresa betritt. Nachdem die Bourbonen im Laufe der Zeit aus der Region vertrieben wurden, ist Neapel keine Hauptstadt mehr und verarmt zusehends - die neue Dynastie aus Savoyen ist beim Volk unbeliebt.
Bis Königin Margherita einen genialen Einfall hat, um die Massen von sich einzunehmen. Sie lässt sich von Pizzabäcker Raffaella Esposito eine Pizza mit Tomaten, weißem Büffelmozzarella und grünem Basilikum, also den Farben der italienischen Tricolore, backen und gibt dieser ihren Namen: der Pizzaklassiker "Margerita" ist entstanden. Die Neapolitaner sind begeistert, werden nun doch Anhänger der neuen Dynastie und stimmten noch im Jahr 1946 zu 80% gegen die Republik.
Pizzerien, in denen man die köstliche neapolitanische Pizza genießen kann, gibt es en Masse. Eine besonders traditionsreiche Adresse ist jedoch "Da Michele" (www.damichele.net). Das klassische Getränk zur Pizza ist - tatsächlich Bier!
Samstag, 09. Juli 2011
Die Toskana im Sommer
In den Monaten Juli und August erreicht der Tourismus in der Toskana seinen Höhepunkt. Die Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Hotels sind meist schon lange im Voraus ausgebucht, denn nicht nur ausländische Urlauber, sondern auch viele Italiener verbringen ihre Sommerferien in der Region. Die Einheimischen haben meistens den ganzen August über Urlaub (Ferragosto), der Zeitraum wirkt fast wie staatlich angeordnete Ferien, in dem das wirtschaftliche Leben des Landes beinahe zum Erliegen kommt.
Da der August in der Toskana meist auch der heißeste Monat ist, verbringen die Italiener ihren Urlaub dort, wo es kühler ist - in den Bergen oder am Strand. Besonders die toskanische Küste ist im Hochsommer attraktiv, denn ein Bad im Meer bietet doch immer wieder die Möglichkeit zur Erfrischung. Daher ist um diese Jahreszeit sehr viel los an den Stränden und man findet nicht unbedingt ein ruhiges Plätzchen für sich. Weiterhin muss man zum Mittelpunkt der Hochsaison um den 15. August mit langen Staus, ausgebuchten Hotels und vollen Restaurants rechnen. Der Höhepunkt des Sommers wird überall gefeiert, oft mit Feuerwerk. Wem diese Faktoren sowie die Höchstpreise nichts ausmachen, dem bietet diese Zeit des Jahres pulsierendes Leben, unzählige Veranstaltungen und Feste sowie ein ausgedehntes Nachtleben in den warmen Mittelmeernächten.
Die Temperaturen können im Hochsommer in der Toskana deutlich über 30°C steigen, wobei es in den Tälern und den größeren Städten besonders heiß ist. Gerade eine Besichtigung der berühmten Kulturstädte und Sehenswürdigkeiten ist im Hochsommer oft eine Qual, denn es sind nicht nur die schweißtreibenden Temperaturen, sondern auch die langen Schlangen sowie der anstrengende Trubel. Für Besichtigungen empfiehlt es sich grundsätzlich, die Mittagszeit zu meiden, gehen Sie lieber frühmorgens oder am Spätnachmittag los.
Passen Sie Ihren Lebensstil einfach den Italienern an und halten Sie während der heißesten Stunden des Tages eine Siesta an einem schattigen Plätzchen oder am Pool Ihres Urlaubsdomizils. Letzteres wählt man am besten in Hügellage, denn in höheren Lagen sind die Temperaturen natürlich angenehmer. Viele typisch toskanische Ferienhäuser verfügen noch über die ursprünglichen, dicken Steinwände, welche im Inneren selbst im Hochsommer die Temperatur auf einem angenehmen Niveau halten.
Wer die typische Toskana sucht, kann diese selbst im August finden, man muss nur die Hauptattraktionen meiden. Es gibt Regionen, die vom Tourismus noch recht unberührt sind, dazu zählen zum Beispiel die Garfagnana im Norden der Toskana oder der Mugello nördlich von Florenz. Und wer die belebten Strände meidet, findet auch im Landesinneren schöne Bademöglichkeiten an Flüssen oder Seen.
Ab Ende August wird es dann wieder ruhiger in der Toskana, die Hauptsaison und die Schulferien gehen zu Ende. Da die Luft- und Wassertemperatur jedoch noch einige Wochen hoch bleibt, beginnt für diejenigen, welche die Möglichkeit dazu haben, jetzt die schönste Urlaubszeit...
Freitag, 17. Juni 2011
Massa Marittima und Monte Argentario
Massa Marittima ist eine kleine Kulturstadt in der Maremma, sie liegt 400 m über dem Meeresspiegel inmitten der Colline Metallifere und ist etwa 20 km vom Meer entfernt. Die Stadt war im XI. Jahrhundert Bischofssitz, heute ist Massa Marittima ein sehr beliebtes Ausflugsziel in der Maremma.
Bei Spaziergängen in den kleinen Gassen zwischen historischen Gebäuden eröffnen sich atemberaubende Aussichten über das Land bis hin zum Meer. Sehr schön ist die Piazza Garibaldi zwischen der Kathedrale von San Cerbone, dem Palazzo del Podestà (XIII. Jahrhundert), dem Palazzo dei Conti di Biserno und dem Stadtpalast (XIV. Jahrhundert).
Nicht zu vergessen sind die historischen Feste wie der "Balestro del Girifalco", der jedes Jahr im Mai und August stattfindet. Die Veranstaltung basiert auf einer alten lokale Tradition, bei der sich die besten Armbrustschützen in traditionellen Kostümen herausfordern.
Monte Argentario ist eine bezaubernde Halbinsel, fast ganz von Meer umgeben und mit der Küste nur verbunden durch die schmalen Landstreifen "Tomboli della Giannella" und "della Feniglia". Am dem Monte Argentario gibt es zwei bekannte touristische Zentren: Porto Santo Stefano und Porto Ercole - alte Fischerorte, in denen jetzt der Tourismus an erster Stelle steht.
Die Halbinsel Monte Argentario bietet eine wunderschöne Landschaft, kleine Buchten und ein außergewöhnlich mildes Klima, womit sie zu einem Ausflugsziel für das ganze Jahr wird. Für Mountainbiker oder Wanderer bietet das Innere des Monte Argentario viele abwechslungsreiche Strecken, die bis auf 635 m Höhe führen und herrliche Ausblicke bieten.
Wer gerne im Meer badet, findet an den beiden Landengen zwei lange Sandstrände, die durch Pinienwälder geschützt und sehr ruhig sind. Für diejenigen, die eher eine Felsküste bevorzugen, gibt es entlang der gesamten Küste des Monte Argentario viele Möglichkeiten - dort wechseln sich Felsen mit naturbelassenen und abgeschiedenen Stränden mit kristallklarem Wasser ab. Die abwechslungsreiche Küste ist auch für Taucher interessant.
Ein wichtiges Ereignis ist die Ruderregatta "Paglio Marinaro dell’Argentario", die seit dem Jahr 1937 immer am 25. August in den Gewässern vor Porto Santo Stefano stattfindet.
Donnerstag, 12. Mai 2011
Die Crete Senesi
Landschaft der Crete Senesi liegt südlich von Siena in der Toskana und umfasst die Gemeinden, Buonconvento, Asciano, Rapolano Terme, San Giovanni d'Asso und Monteroni d'Arbia. Die Crete Senesi ist stark durch Erosion geprägt und bis auf zwei grüne Flusstäler recht karg, es gibt sogar eine Wüste innerhalb der Region, die Accona Wüste bei Asciano. Diese Wüste verzeichnet einen jährlichen Niederschlag von nur 600 mm und gehört zu den Badlands.
Der Begriff Badlands bezeichnet ein von tiefen Erosionsrinnen zerfurchtes Gelände in besonders trockenen Regionen. In der Crete Senesi entstehen die tiefen Furchen durch die Verwitterung von Ton, hier Mattaione genannt. Die Erosionsfurchen bilden sich vorwiegend an den Südhängen und werden Calanchi genannt. Charakteristisch für diese Landschaft sind auch die recht flachen, weißen Hügel ("Biancane"), die schmale Furchen und keine Vegetation aufweisen. Durch den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen geht seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts die Zahl dieser Biancane stark zurück.
Kloster Monte Oliveto Maggiore
In der Nähe von Buonconvento liegt auf einem Hügelrücken das Mutterkloster des Olivetaner Ordens, Monte Oliveto Maggiore. Die Olivetaner sind eine Kongregation des Benediktinerordens und wurden Anfang des 14. Jahrhunderts von Edelleuten aus Siena gegründet. Hauptbegründer war Giovanni Tolomei, der sich zusammen mit zwei adeligen Freunden aus dem weltlichen Leben zurückzog und fortan auf dem Hügelrücken lebte.
Mit dem Bau der eindrucksvollen Klosteranlage wurde im Jahr 1387 begonnen, 1514 war der Bau abgeschlossen. Im 14. Jahrhundert legten die Mönche den Zypressenwald um das Kloster an. Monte Oliveto Maggiore ist vor allem wegen der dreistöckigen Loggia und wegen des mit Fresken verzierten Kreuzgangs berühmt. Die Abtei zählt zu den größten und schönsten Klöstern in der Toskana und zieht alljährlich unzählige Besucher in ihren Bann.
Asciano
Die Kleinstadt Asciano mit ihren gut 7.000 Einwohnern hat eine schöne Altstadt aus dem Mittelalter. Sehenswert sind die Kirchen San Bernardino, Sant'Agostino, Sant'Agata und das Monasterium San Cristoforo a Rofeno, das bereits 1031 erwähnt wurde. Asciano ist noch nicht von Touristen überlaufen und so kann man hier noch am ursprünglichen toskanischen Leben teilnehmen. Im Sommer finden in der Stadt viele Feste, Konzerte und Veranstaltungen statt.
Buonconvento
Die Stadt Buonconvento liegt an der Mündung des Flusses Arbia in den Ombrone unweit der berühmten Weinstadt Montalcino. Auch in Buonconvento spielt der Weinanbau eine wichtige Rolle. Sehenswert ist die Altstadt aus dem 14. Jahrhundert, die noch sehr gut erhalten ist. Umgeben ist das Stadtzentrum von einer imposanten Stadtmauer mit einem meterhohen Holztor. Im Museum für sakrale Kunst sind Werke von sienenser Meisterschülern ausgestellt, die aus den Kirchen im Arbiatal stammen. Ebenfalls sehenswert ist das Museo della Mezzadria, das sich mit der Halbpacht in der Landwirtschaft befasst.
San Giovanni d'Asso
Das Dorf San Giovanni d'Asso liegt idyllisch auf einem Hügel. Von der Burganlage hat man einen wunderbaren Blick auf die Umgebung, besichtigen kann man den Burghof. Ein Muss für Feinschmecker ist das Trüffelmuseum, das sehr modern und anschaulich aufgebaut ist. In der Gegend um San Giovanni d'Asso werden die kostbaren Knollen, darunter auch der seltene weiße Trüffel, ab Mitte Oktober gesammelt.
Rapolano Terme
Bekannt ist die kleine Stadt Rapolano Terme für ihre Travertin-Vorkommen und natürlich, wie der Name schon andeutet, für ihre Thermalquellen. Es gibt zwei luxuriöse Thermalbäder: Antica Querciolaia ist das ältere, San Giovanni Terme das jüngere der beiden Bäder. Beide bieten ein breites Spektrum an medizinischen Anwendungen, Wellness, Schönheitsbehandlungen und Sportmöglichkeiten.
Montag, 18. April 2011
Bella Italia zu Ostern
Frühlingserwachen an den norditalienischen Seen
Typisch italienisch? Und ob! Die traumhaften und doch ganz unterschiedlichen norditalienischen Seen am Rande der Alpen sind ein sehr begehrtes und beliebtes Reiseziel. Das besonders milde Wohlfühlklima ist dort ideal für ein verlängertes Wochenende. Vor allem zu einer Zeit, in der in unseren Breitengraden vielleicht gerade Mal das eine oder andere Schneeglöckchen zaghaft in Erscheinung tritt...
Wie wäre es mit einer Reise zum Lago Maggiore oder an den Comer See? Schließlich sind diese beiden Oberitalienischen Seen ein von Süddeutschland aus schnell zu erreichendes Reiseziel. Ausgesuchte Hotels, wunderschöne Panoramen und die köstliche lokale Küche mit ihren fruchtigen Weinen erwarten den Reisenden.

Comer See und Lago Maggiore beeindrucken durch eine traumhafte Landschaft und dem großen Erholungswert. Entdecken Sie mit dem Lago di Como den drittgrößten See Italiens vor der imposanten Kulisse der Alpen. Der Comer See lockt durch sein mildes Klima, die lange Uferlinie mit idyllischen Ortschaften und romantischen Dörfern sowie der typischen, üppigen Vegetation im Uferbereich und in den zahlreichen Parks.
Ausgesuchte Unterkunfts-Vorschläge sind etwa das elegante "Grand Hotel Majestic" in Pallanza am Lago Maggiore (direkte Seelage) oder das herrschaftliche Landgut "Contrada Resort" im südlichen Vorland des Comer Sees (die Hotelkategorie ist jeweils 4-Sterne-Superior). In beiden Hotels nächtigt man in schönen Doppelzimmern und kann in den hoteleigenen Restaurants landestypische Spezialitäten aus der umfangreichen Menükarte genießen.
Empfehlenswerte luxuriöse Gästehäuser am Comer See sind einmal das Castadiva Resort bei Blevio (ein Luxus-Resort in sehr schöner Lage direkt am See mit zwei Restaurants, einem großen Wellness-Bereich sowie Swimming-Pool im See) sowie das exklusive Grand Hotel Serbelloni in Bellagio (sehr schöne Lage direkt am See mit Privatstrand und Bootssteg sowie Restaurant, Wellness-Bereich und Swimming-Pool).
Donnerstag, 17. März 2011
Die Insel Giglio
Allgemeines
Mit einer Fläche von nur knapp 24 Quadratkilometern ist die Insel Giglio recht überschaubar. Diese recht unbekannte Insel ist Teil des Toskanischen Archipels und liegt ca. 18 km vor der Küste der Toskana. Der Toskanische Archipel, auch Tyrrhenische Inseln genannt, besteht neben der Insel Giglio aus den Insel Giannutri, Capraia, Gorgona, Pianosa, Elba und Montecristo. Außerdem gehören noch einige kleinere Insel und Felsen zu dieser Inselgruppe: Meloria, Cerboli, Palmaiola, die Formichine di Grosseto und Scoglio d'Affrica.
Giglio bildet zusammen mit der benachbarten Insel Giannutri die Gemeinde "Isola di Giglio", die zur Provinz Grosseto in der Region Toskana gehört. Die Küste der Insel Giglio ist etwa 28 km lang, der höchste Punkt ist der Poggio della Pagana mit 496 m über dem Meeresspiegel. Die nur knapp 1.500 Einwohner der Insel verteilen sich auf den Hauptort Castello sowie auf die zwei weiteren Ortschaften Porto und Campese.
Ortschaften auf Giglio
Die Ortschaft Porto liegt an der Ostküste von Giglio und ist dem Festland zugewandt. Hier befindet sich auch der einzige Hafen der Insel, den man vom Festland aus vom Hafen Porto Santo Stefano in ca. 1 Stunde mit der Fähre erreicht. Mit über 600 Einwohnern ist Porto der größte Ort der Insel und liegt mit seinen bunten Häusern malerisch an einer halbrunden Bucht.
Der Hauptort Castello liegt 405 Meter über dem Meeresspiegel und zählt ungefähr 570 Einwohner. Der Ort ist von einem Mauerwall aus dem Mittelalter umschlossen, der durch insgesamt 10 Türme unterbrochen wird. Beherrscht wird Castello von einem beeindruckenden Kastell der Aldobrandeschi, einem mittelalterlichen Geschlecht von toskanischen Feudalherren. Einen Stadtbummel durch die kleinen Gässchen kann man gut mit dem Besuch einer der zahlreichen Weinkeller abschließen, die zur Verkostung des kräftigen Inselweines Ansonaco einladen. Castello zählt übrigens zu den schönsten Dörfern in Italien!
Campese liegt im Westen von Giglio an einer Bucht, die auf der einen Seite von einem Turm der Medici, auf der anderen Seite von aus dem Meer aufragenden Felsen (Faraglione) eingerahmt wird. Der Ort ist das Touristenzentrum von Giglio und verfügt über den längsten Sandstrand der Insel. Auch Surf- und Segelfans kommen hier dank der Südwinde auf ihre Kosten. Vor Campese befinden sich einige Riffe, die eine vielfältige Unterwasserwelt bieten und bei Tauchern sehr beliebt sind.
Eine Insel der Vielfalt
Giglio gilt als einer der schönsten Tauchplätze in Italien, das Wasser ist sehr klar und meist angenehm temperiert. Hier lassen sich unter anderem Barrakudaschwärme und bis zu 3 Meter lange Thunfische beobachten, die zwischen bunten Schwämmen und Neptungräsern schwimmen. Manchmal kann man auf offener See auch Pottwale oder Delfinschwärme beobachten.
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