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Freitag, 18. November 2011

Lucca

Von italienmeineliebe, 09:56

Die italienischen Stadt Lucca liegt im Nordwesten der Toskana und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt hat knapp 85.000 Einwohner und befindet sich im Flusstal des Serchio. Der mittelalterliche Stadtkern ist gut erhalten und zeugt noch heute von der ehemaligen Macht der Stadt, die im 13. und 14. Jahrhundert sogar eine der einflussreichsten Städte in Europa war. Besonders wichtig für Lucca war die Textilindustrie. Eindrucksvoll sind auch die im 16. und 17. Jahrhundert erbauten Befestigungsanlagen, in denen sich vier Stadttore befinden.

Geschichte

Lucca wurde 180 v. Chr. von den Römern als Kolonie gegründet, gleichzeitig mit Pisa und Luna. Mit Gründung dieser Kolonien versuchten die Römer, die Herrschaft der Apuaner zu brechen, welche bis dato in der Region ansässig waren.

Im 13. Jahrhundert prosperierte die Stadt dank der Textilindustrie und gewann zunehmend an Einfluss. Besonders die farbenprächtige Seide aus Lucca war unvergleichlich und in ganz Europa gefragt. Anfang des 14. Jahrhunderts sorgten politische Unruhen dafür, dass unzählige Seidenweber und Färber aus der Stadt flohen und nach Venedig gingen. In Venedig wurde den Handwerkern aus Lucca finanzielle Hilfe und Asyl angeboten, im Gegenzug verlangte die Stadt, dass sie ihr Handwerk weiter betrieben. Dies brachte die Flüchtlinge in große Bedrängnis, sahen doch die Zunftgesetze in Lucca die Todesstrafe für alle vor, die außerhalb der Stadtmauern ihr Gewerbe betrieben. Doch die prekäre finanzielle Situation zwang viele der Handwerker, dies in Kauf zu nehmen, und so stellten Sie in Venedig Textilien her.

Im Jahr 1314 machte sich Uguccione della Faggiola zum Herrn der Stadt, doch seine Herrschaft wurde schon nach 2 Jahren von den Stadtbewohnern beendet. Die Lucchesi übergaben das Zepter an Castruccio Castracani, der Lucca für kurze Zeit zur führenden Stadt in Italien machte. Castracani starb 1328 und liegt in der Kirche San Francesco begraben.

In den darauffolgenden Jahrhunderten durchlebte die Stadt Lucca eine wechselvolle Geschichte. Bayern, Böhmen, Frankreich, Österreich herrschten über die Stadt, bevor Sie Ende des 19. Jahrhunderts an den italienischen Einheitsstaat angeschlossen wurde. Von 1799 bis 1805 war Lucca eine eigene Republik.

Sehenswürdigkeiten

Die Kathedrale San Martino wurde im späten 12. Jahrhundert erbaut. Besonders aufwändig wurde die Fassade gestaltet, die Säulen sind kunstvoll verziert und unterschiedlich geformt.

Die Kirche San Michele in Foro steht auf dem Foro, dem ehemaligen römischen Marktplatz. Sie wurde ebenfalls im 12. Jahrhundert erbaut. Auch bei dieser Kirche sticht die Fassade ins Auge, sie ist höher als die dahinterliegende Kirche - ursprünglich war das Mittelschiff höher geplant, dies wurde dann aber nicht realisiert.

San Frediano mit dem eindrucksvollen Kampanile ist eine romanische Kirche, die Anfang des 12. Jahrhunderts erbaut wurde. Die Fassade der Kirche ziert ein Mosaik der Himmelfahrt Christi.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Lucca sind das Geburtshaus von Giacomo Puccini mit angeschlossenem Museum, der Torre delle Ore, der Palazzo Pfanner mit dem Kleidermuseum und einem wundervollen Park sowie einige schöne Plätze. Auf der Stadtmauer, die mit einer Gesamtlänge von 4 km einmal komplett um das Zentrum herumführt, kann man spazieren gehen. Ein Wahrzeichen der Stadt Lucca ist der Torre Guinigi, auf dessen Spitze einige Bäume wachsen.

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